Prophetie-Spezial: Manichäismus

Bild: © andreiuc88 - Fotolia.com - Helligkeit und Finsternis - Dualistischer Manichäismus

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Judentum, Christentum und der Islam: das sind bekannte Weltreligionen. Was aber ist der Manichäismus? Auch dies ist eine Religion, gegenwärtig wird sie jedoch nicht mehr praktiziert. Früher jedoch konnte aufgrund der weiten Verbreitung dieser Glaubensrichtung auch von dieser behauptet werden, dass sie eine Weltreligion sei.

Altes übernehmen und neu gestalten

Geografisch fanden sich sowohl Anhänger im Westen des Römischen Reiches als auch im Kaiserreich China. Die Wurzeln dieser Glaubensrichtung sind allerdings in Babylonien und im Iran auszumachen. Ihren Namen bekam diese Religion von ihrem Gründer, dem Perser Mani. Dessen Glaube war von dem Gedankengut der Gnosis stark beeinflusst, die daraus resultierende Religion zählt rückblickend zu den Offenbarungsreligionen. Praktiziert wurde sie zwischen Spätantike und frühem Mittelalter. Die Mitglieder dieser Glaubensrichtung mussten sich vor allem in strenger Askese üben. Das Ziel dieser Religion war die Erlösung, die nur mit einem außerordentlich hohen Grad der Reinheit erlangt werden konnte. Der religiöse Führer Mani bediente sich inhaltlich bei bereits existenten Religionen und Glaubensrichtungen. Er übernahm bereits gegebene Dinge und modifizierte diese. Deshalb zählt der Manichäismus zu den synkretistischen Glaubenslehren, die bereits existente Ideen aufnehmen und zu einem neuen Weltbild modellieren.

Dualismus lässt wenig Kompromisse zu

Inhaltlich unterscheidet der Manichäismus zwischen zwei natürlichen Prinzipien und drei zeitlichen Epochen. Die entgegengesetzten Naturprinzipien sind Licht und Finsternis. Die Zeitepochen nun werden in Abhängigkeit von diesen Prinzipien definiert: Die vergangene Epoche zeichnete sich demnach durch eine komplette Trennung dieser Naturphänomene aus. Die gegenwärtige Epoche der Gläubigen hingegen war die Epoche der Mischung von Hell und Dunkel. Die Zukunftsepoche sollte hingegen wieder im Zeichen der Trennung von Düsternis und Licht stehen. Diese Religion ist also eine dualistische Religion und hat deswegen wenig Raum für Kompromisse. Mani betrachtete diese Weisheiten als Offenbarung, die er verkünden musste. Deswegen sah er sich selbst als Prophet und wurde auch von den Gläubigen als solcher anerkannt.



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